(de) FdA-Gruppen: In Remembrance of Oury Jalloh, 07.01.16 auf nach Dessau

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Fri Dec 25 08:54:48 CET 2015


Am 7. Januar 2005 verbrannte Oury Jalloh an Händen und Füßen gefesselt in einer Dessauer 
Polizeizelle. Anders als Polizei und Öffentlichkeit haben Freund*innen Oury Jallohs und 
antirassistische Initiativen nie daran geglaubt dass sich der Asylbewerber aus Sierra 
Leone selbst angezündet hat. Im Mai 2005 erhob die Staatsanwaltschaft gegen den Polizisten 
Andreas S. und seinen Kollegen Hans-Ulrich M. Anklage wegen fahrlässiger Tötung. Zwei 
Jahre später begann der Prozess vor dem Landgericht Dessau-Roßlau, bei dem Verwandte von 
Oury Jalloh als Nebenkläger auftraten. Nach monatelangen Verhandlungen wurden beide 
Polizisten aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Im Jahr 2010 hob der Bundesgerichtshof 
das Urteil auf und leitete das Verfahren an das Landgericht Magdeburg weiter. Im Januar 
2011 begann der neue Prozess, der im Dezember 2012 mit der Verurteilung des 
Dienststellenleiters Andreas S. wegen fahrlässiger Tötung zu einer Geldstrafe von 10.800 
Euro endete.

Ihm wurde angelastet, die Gegensprechanlage, mit der der Zustand des von der Polizei an 
das Bett gefesselten Oury Jalloh kontrolliert werden sollte, leise gestellt zu haben. Im 
September 2014 bestätigte der Bundesgerichtshof das Urteil, das damit rechtskräftig wurde. 
Von Beginn an kämpfte die Initiative in Gedenken an Oury Jalloh für eine vollständige 
Aufklärung der Todesumstände. Sie sammelte Geld, um auf eigene Kosten Gutachten erstellen 
zu lassen. Im Jahr 2013 legte sie ein Gutachten vor, das nachweist, dass nur mithilfe von 
Brandbeschleunigern derart tödliche Brandverletzungen hervorgerufen werden können. Nach 
und nach wurden weitere Hintergründe der Ermordung Oury Jallohs bekannt, die zahlreiche 
Vertuschungsversuche der beteiligten Behörden sichtbar machten. Im Oktober 2015 traten ein 
weiteres internationales Gutachterteam mit Untersuchungsergebnissen vor die Presse. Auch 
diese Expert*innen kamen zu dem Schluss, dass eine dritte Person das Feuer entzündet haben 
muss – entweder durch Zerstörung und unmittelbare Entzündung der Matratze an verschiedenen 
Stellen oder unter Verwendung von Brandbeschleuniger.

Wir rufen auf zur Gedenkdemonstration am 11. Todestag von Oury Jalloh, dem 7. Januar 2016 
in Dessau. Break the Silence! Demonstriert gemeinsam mit der Initiative in Gedenken an 
Oury Jalloh gegen Vertuschung, Manipulation und Strafvereitelung von Verbrechen durch 
Beamte des Staates! Gegen die Repression von zivilgesellschaftlichem Engagement zur 
Aufklärung und öffentlichen Skandalisierung dieser Zustände! Zeigt Euch solidarisch mit 
der Initiative in Gedenken an Oury Jalloh!

Wir fordern Aufklärung und Gerechtigkeit!
Wir fordern die Wiederaufnahme der Ermittlungen!
Oury Jalloh – das war Mord!

Bustickets für den Bus aus Dresden gibt es nicht nur am Tag selbst am Bus, sondern auch an 
folgenden Orten:
Ab dem 11.12. im AZ Conni
und am 19.12. und 24.12. ab 21Uhr in der Kosmotique
http://kosmotique.org/events/index.html

http://fda-ifa.org/in-remembrance-of-oury-jalloh-07-01-16/


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