(de) berlin.fau: Barist - pay your workers!

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Thu Dec 24 12:36:15 CET 2015


Veröffentlicht am 19.12.2015 — Kategorien: Foreigners Gastronomie
„Hey, wie geht’s?! Setz dich doch“, säuselte Ramazan, der Manager des „Barist“, als vier 
Leute der FAU Berlin in den hübschen Speiseraum des Restaurants „Barist“ kamen, in dem 
unser Mitglied drei Monate lang gearbeitet hatte – wobei ihm unseren Berechnungen nach 
mehr als 1.000 Euro Lohn- bzw. sonstige Ansprüche durch seine „Arbeitgeber“ vorenthalten 
wurden. Wir waren gekommen, um mit der Geschäftsführerin, Magdalena Rokicka, über den 
Brief zu sprechen, den wir ihr und der Devi Gastro GmbH (der Betreiberin des „Barist“) 
zwei Wochen zuvor geschickt hatten und der praktisch ignoriert worden war.
Da Magdalena nirgends zu finden war, setzte sich Ramazan lässig lächelnd zu uns: „Oh, ich 
hatte ja keine Ahnung davon. Aber du weißt ja, wir sind hier wie eine Familie.“ Wenn man 
im „Barist“ arbeitet, geben sie dir offenbar mir einer Hand einen warmen Händedruck, 
während dir die andere in die Lohntüte greift.

Nach zehn Minuten tauchte die Buchhalterin auf, um recht gereizt darauf zu bestehen, dass 
wir ihr eine Woche mehr Zeit geben, um unsere Angaben über die ausstehenden Gelder zu 
„prüfen“ – die setzen sich hauptsächlich zusammen aus nicht gezahltem Urlaubsentgelt und 
Nachtschichtzuschlägen. Ansprüche also, auf die alle Gastronomie-Beschäftigten in 
Deutschland ein gesetzliches Recht haben, und die die Chefs des „Barist“ anscheinend 
regelmäßig unterschlagen. Aber hey, so läuft das in der Familie, oder?

Die FAU hatte auch die Lohnabrechnungen unseres Mitglieds verlangt, da ihm überhaupt nur 
eine einzige ausgehändigt worden war. Laut dieser Abrechnung haben sie ihm auch einen 
Essensbonus von 90 Euro nicht ausgezahlt – eine klasse „Vergünstigung“ bei dem Job, die 
sie unserem Mitglied tatsächlich nicht gewährten, das nicht nur die 90 versprochenen Euro 
nie erhalten hat, sondern sogar Quittungen vorlegen kann, die belegen, dass er für sein 
Essen bezahlen musste.

Am 12. Dezember 2015 fand ein Telefon- und E-Mail-Protest statt, bei dem FAU-Mitglieder 
„Barist“ und Devi Gastro wissen ließen, dass die ArbeiterInnen in ihrem Restaurant ein 
Recht darauf haben, ihre Löhne in voller Höhe und ohne jede Diskussion ausbezahlt zu 
bekommen. Aber alle Protestierenden bekamen vom DeviGastro-Management die gleiche Antwort: 
„Wir zahlen nicht.“

Die Eigentümer und Geschäftsführer der Berliner Gastro-Branche, die viele der 
migrantischen ArbeiterInnen in Berlin beschäftigten, halten oft selbst die grundlegendsten 
deutschen Arbeitsgesetze nicht ein – unerschüttert aber bleibt anscheinend ihr unredliches 
Vertrauen darauf, dass sie nicht entdeckt oder erfolgreich herausgefordert werden. Also 
kämpft die FAU Berlin erneut dagegen an.

https://berlin.fau.org/news/barist


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