(de) FAU unterstützt die CNT -- Arbeitskampf bei DHL in Barcelona

a-infos-de at ainfos.ca a-infos-de at ainfos.ca
Mon Dec 21 12:25:45 CET 2015


Mitte 2015 erreichte die FAU Bonn eine Bitte um Unterstützung aus Barcelona. Dort befindet 
sich die lokale Föderation der CNT (Confederatión National de Trabajo), die 
Schwesterngewerkschaft der FAU, in einem Arbeitskampf mit DHL. Arbeitern, die sich für 
ihre Rechte bei DHL eingesetzt hatten, war gekündigt worden. Der DHL-Konzern, der weltweit 
agiert, hat seine Zentrale in Bonn. ---- Der Hintergrund ---- In Barcelona haben sich 
Beschäftigte von DHL Freight in der CNT organisiert, um bessere Arbeitsbedingungen zu 
erreichen. Sie gründeten eine Betriebsgruppe und fanden heraus, dass die Verlagerung ihrer 
Arbeitsplätze in das Subunternehmen c+j Grupo Handling illegal war. Deshalb forderten sie 
ihre Übernahme in den Mutterkonzern zu den Bedingungen des Haustarifs. Stattdessen wurde 
ihnen gekündigt.

Die FAU Bonn versuchte mehrmals mit der Geschäftsleitung von DHL Freight ins Gespräch zu 
kommen, um eine gütliche Einigung zu erzielen und die Wiedereinstellung der unrechtmäßig 
Entlassenen einzufordern. Die Geschäftsleitung wiegelte das Gespräch ab mit dem Verweis 
auf die Zuständigkeit des lokalen DHL Freight-Ablegers in Barcelona, eine übliche 
Vorgehensweise global operierender Konzerne, in denen die Verantwortung immer von einem 
Konzernteil zum anderen verschoben wird. Für die FAU ist die Sache jedoch klar: 
Verantwortlich bleibt immer der DHL-Konzern.

DHL möchte Gewinn maximieren

Der DHL-Vorstand möchte im Rahmen seiner „Strategie 2020“ in fünf Jahren den Gewinn auf 
fünf Milliarden Euro steigern – das wäre bei der jetzigen Prognose eine Verdoppelung. Um 
dies zu erreichen, soll bei den Beschäftigten gespart werden. In Deutschland ist eine 
Folge dieser Strategie die Ausgliederung der DHL Delivery GmbHs, wo den Zustellern bis zu 
20% schlechtere Löhne gezahlt werden.

Die Arbeitsbedingungen bei DHL sind miserabel: Hoher Zeitdruck, Unfallgefahr, kein 
pünktlicher Feierabend u.v.m. Die Ursachen hierfür liegen nicht zuletzt in den 
Subunternehmerketten, die DHL einsetzt, damit es den Arbeiter_innen erschwert wird, sich 
für bessere Arbeitsbedingungen einzusetzen. Zusätzlich verlieren sie Ansprüche, die ihnen 
bei einer Festanstellung über den Mutterkonzern zustehen würden.

Genau diese Festanstellung beim Mutterkonzern fordern die CNT-Kollegen in Barcelona. Und 
sie haben Aussicht auf Erfolg! Sie klagen nun vorm Arbeitsgericht und rechnen damit, dass 
dieses ihnen eine Festanstellung bei DHL zusprechen wird. Der Konzern versucht aktuell ein 
Urteil abzuwenden und bietet hohe Abfindungszahlungen an. Doch die Kollegen möchten sich 
darauf nicht einlassen, sondern wieder bei DHL arbeiten und für bessere Arbeitsbedingungen 
im Betrieb kämpfen.

Die Kampagne

Unter dem Motto „Schluss mit unsicheren Arbeitsbedingungen bei DHL!“ wendet sich die FAU 
seit einigen Wochen bundesweit an die Beschäftigten bei DHL. Ziel ist es, die Kolleg_innen 
auf den Arbeitskampf in Barcelona hinzuweisen und ihnen zusätzlich unsere Unterstützung 
anzubieten, wenn sie ihre eigenen Arbeitsbedingungen verbessern möchten. Arbeiter_innen 
von DHL können sich an die nächstgelegene FAU-Gewerkschaft wenden. Wir stellen auch gerne 
einen Kontakt zu den Kollegen in Barcelona her.
Schluss mit unsicheren Arbeitsbedingungen bei DHL, ob in Spanien, Deutschland oder anderswo!

http://www.fau.org/artikel/art_151216-231638


More information about the A-infos-de mailing list