(de) FAU - DIREKTE AKTION #219 - Aus dem Inhalt + Editorial

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Sat Sep 28 16:35:04 CEST 2013


Betrieb und Gesellschaft ---- Kampf um eine neue Zukunft -- Interview mit AktivistInnen 
von ,,Lampedusa in Hamburg". 3 ---- Tagelöhner an der kurzen Leine? -- Arbeit auf Abruf - 
kein rechtsfreier Raum . 4 ---- Das Elend im studentischen Hilfskräftemilieu -- Die 
prekären Beschäftigungsbedingungen in den deutschen Universitäten ziehen sich durch bis 
hin zu den studentischen Hilfskräften . 6 ---- Prekäre Arbeit gibt's auch in Grün -- 
Konflikt um Outsourcing und Leiharbeit bei der Heinrich-Böll-Stiftung . 7 ---- Zeitlupe 
---- Selber schuld -- Ein historischer Blick auf den Diskurs um Krise und prekäre Arbeit 
im Spanien des frühen 20. Jahrhunderts . 8 ---- Globales ---- 70 Tage selbstverwaltetes 
Staatsfernsehen -- Die Auseinandersetzung um die griechische Sendeanstalt ERT hat zu einer 
erstaunlichen politischen Dynamik geführt New York: Arbeitskämpfe mit und nach Occupy . 9

Wall Street -- Interview mit Dave Haaks, Mitglied der Industrial Workers of the World 
(IWW) und Aktivist bei Occupy Your Workplace . 10

Entgrenzte Ausbeutung -- Gendersensibler Querschnitt der prekären Arbeitswelt in Indien . 11

Hintergrund

Prekäre Arbeit und die Transformation des Arbeitsmarktes -- Was versteht man unter dem 
Begriff "prekäre Arbeit"? . 12

Kultur

Die Kunst des Widerstands -- Judith Malina, das Living Theatre und der Dokumentarfilm 
Resist! . 14

Der Libelle Geburtstag -- Wir feiern 10 Jahre selbstorganisiertes Chaos . 15


Editorial


Liebe Leser und Leserinnen,

die neue Ausgabe ist da - in skurrilen Zeiten. Eine konservativ-liberale Bundesregierung 
beschließt eine Lohnuntergrenze für Friseurinnen. Der Lohn dieser Berufsgruppe war 
jahrelang Sinnbild für übelste Ausbeutung. Vor allen Dingen, weil das Handwerk nach wie 
vor ein fast gewerkschaftsfreier Raum ist. Nun mag es oberflächlich verwundern, dass hier 
ausgerechnet eine Regierung mit FDP-Beteiligung regulierend eingreift. Es scheint 
Strategie zu sein, mit der Schaffung einzelner Lohnuntergrenzen zu suggerieren, dass eine 
flächendeckende Lösung überflüssig ist.

Nur in einigen Skandalbranchen Abhilfe zu schaffen, ist aber nun nicht wirklich das Gelbe 
vom Ei. Auch in der Industrie werden Stundenlöhne unterhalb von acht Euro gezahlt und 
nicht nur bei den Friseurinnen. Die geschlechtsspezifische Schreibweise soll hier zeigen, 
wer schlecht für seine Arbeit bezahlt wird - zu etwa 90 Prozent Frauen. Ebenso ist im 
Artikel über die Trucker nur die männliche Form gewählt, da der Anteil von weiblichen 
LKW-Fahrenden im niedrigen einstelligen Bereich liegen dürfte.

Das Schwerpunktthema ,,Prekäre Arbeit" der DA 219 ist kein wirklich neues Thema, aber es 
betrifft immer mehr Menschen. Machen wir uns nichts vor, wenn die FAU aktiv war und ist, 
dann nicht um die großen Kämpfe etwa für Arbeitszeitverkürzungen an vorderster Front zu 
führen, sondern um in ,,prekären" Einzelfällen einige Krumen mehr vom Sauerteigbrot zu 
bekommen. Davon zeugt auch die Auseinandersetzung bei der Heinrich-Böll-Stiftung. Bündnis 
90/Die Grünen als dieser nahestehende Partei fordert ja gerade, den Missbrauch von 
Leiharbeit bekämpfen. Mmh... ist nicht Leiharbeit schon an sich ein Missbrauch.

Hintergründiges zum Prekären erfahrt ihr im Hintergrund-Artikel. Die Problematik 
durchzieht , wie nicht anders zu erwarten, die gesamte Ausgabe. Viel Spaß beim Lesen wäre 
da ein etwas makabres Schlusswort, viel mehr wünscht euch die BuG-Redaktion einige 
inspirierende Momente. Im angelsächsischen Blätterwald wird schon mal eine Wahlempfehlung 
im Editorial abgedruckt. Das sparen wir uns an dieser Stelle, hat sonst immer die 
Financial Times Deutschland gemacht. Was war jetzt noch mal aus dem Bertelsmann-Blatt 
geworden?

Christian Horn


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