(de) LISA – Libertäre Initiative Sozial Arbeitender (WIEN) - Wer wir sind und was wir wollen (en)

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Mon Jun 27 11:34:42 CEST 2011


„Syndikat für alle Arbeiter(innen) im Sozial- und Gesundheitsbereich“ ---- LISA ist eine 
Initiative zur Gründung einer lokalen Basisgewerkschaft (Syndikat) im Sozial- und 
Gesundheitsbereich. LISA ist seit 2007 mit anderen Syndikaten in der FAS föderiert. Neben 
LISA gibt es in Wien derzeit noch das „ArbeiterInnen-Syndikat Wissensindustrie“ und ein 
„Allgemeines Syndikat“. Überregional gibt es noch ein föderiertes „Allgemeines Syndikat 
Oberösterreich“. ---- Die LIBERTÄRE INITIATIVE SOZIAL ARBEITENDER gegen die Unfreiheit im 
Sozial- und sämtlichen Lebensbereichen befindet sich im Aufbau, braucht keine Bosse und 
steht für Selbstbestimmumg. Wir sind der Meinung, dass die „ExpertInnen“ schon an der 
Basis sitzen und fähig sind, über ihr Leben und ihre Arbeit selbst zu entscheiden. Gerade 
da wir die Logik der Dienstwägen und Chefetagen verstehen, sind wir gegen diese Realität 
der Fremdbestimmung des ArbeitsLEBENS.

Auch wir SozialhacklerInnen sind von Hierarchien, ökonomischen „Sachzwängen“ und 
Unfreiheit betroffen. Wir wollen keine institutionalisierten und wachsenden 
Sozialkonzerne, sondern eine soziale Arbeit die sich selber weitestgehend überflüssig 
macht. Wir wollen diese Gesellschaft, die krank und abhängig macht, überwinden. Soziale 
Arbeit soll die KlientInnen von ökonomischer und geistiger Gefangenschaft befreien. 
Soziale Arbeit muss sich auch selbst von dieser befreien. Fremdbestimmung weg, 
Selbstorganisation her!
Wir wollen uns selbst vertreten und wollen auch keinem noch so engagierten Betriebsrat 
unser Schicksal überlassen. Wir lehnen das Stellvertreter- und Funktionärswesen ab und 
stellen dem eine solidarische Selbstorganisation gegenüber. Unsere Branche ist in Wien als 
LISA in der Föderation der ArbeiterInnen-Syndikate (FAS) organisiert und wir versuchen, 
uns in den einzelnen Betrieben in Betriebsgruppen zu organisieren. Hierbei gibt es kein 
Delegieren von oben nach unten. Alle Betriebsgruppen sind innerhalb der vereinbarten 
allgemeinen Statuten der LISA und alle Syndikate sind innerhalb der Prinzipien und 
Statuten der FAS autonom.

Häufig gestellte Fragen

Wer ist Lisa?

Die Frage sollte eher lauten: Was ist LISA? Lisa ist die Libertäre Initiative Sozial 
Arbeitender. Lisa ist eine Gruppe von Menschen, die sich zum Ziel gesetzt haben, eine 
Basisgewerkschaft (-Syndikat) im Sozialen- und in verwandten Bereichen zu gründen.

Was bedeutet „Libertär“?

Libertär kommt aus dem französischen (= libertaire) und bedeutet im Grunde nichts anderes 
als freiheitlich (was in Österreich bekanntermaßen einen üblen Beigeschmack hat), 
allerdings nicht zu verwechseln mit „liberal“. Libertär kann auch mit „anarchistisch“ 
übersetzt werden.

Also ist LISA anarchistisch?

Lisa ist unabhängig von politischen Parteien und Bewegungen, dem Staat und NGO’s. Du musst 
keinE AnarchistIn sein, um bei uns mitzumachen. Jede Arbeiterin und jeder Arbeiter im 
Sozialbereich, der/die die Prinzipien der Selbstorganisierung und der Direkten Aktion 
unterstützt kann bei uns mitmachen. Wir wollen weder Politik (PolitikerInnen) in der 
Gewerkschaft noch eine Gewerkschaft die (StellevertreterInnen-)Politik macht. Lisa will 
eine selbstorganisierte Gewerkschaft, die eine selbstorganisierte, also Klassen- und 
Herrschaftslose Gesellschaft zum langfristigen Ziel hat.

Aber so etwas wie Arbeiterklasse gibt es doch nicht mehr. Warum diese Rhetorik?

Wir wollen die Dinge beim Namen nennen. Der Lebensnerv des Kapitals ist die Lohnarbeit. 
Daraus resultieren Unfreiheit und Fremdbestimmung. Der Kapitalismus kann nur als 
Klassengesellschaft existieren. Wir ArbeiterInnen müssen arbeiten, um überhaupt leben zu 
können. Ohne zu arbeiten oder zumindest der Bereitschaft dazu, landest du auf der Straße. 
Da gibt es nichts zu beschönigen. Das ist ein Zwangsverhältnis und kennzeichnet unser 
ganzes Leben. Die Klasse der Arbeitenden existiert allerdings erst dann so richtig, wenn 
sie als solche auftritt. Sprich, wenn sich die Arbeitenden ihrer Rolle als Ausgebeutete 
bewusst werden, und dies verändern wollen. Das ist ein Prozess und eine Basisgewerkschaft 
kann ihren Teil dazu beitragen.

Was versteht man unter Selbstorganisierung und Direkter Aktion?

Selbstorganisierung ist eine Form der Organisierung ohne Hierarchie, Funktionärswesen, 
Bürokratismus, ohne Oben und Unten. Also in unserem Fall eine Gewerkschaft, die von den 
Mitgliedern verwaltet wird und nicht Mitglieder, die von der Gewerkschaft verwaltet werden 
(direkte Demokratie im eigentlichen Sinn des Wortes). Direkte Aktionen sind Aktionen die 
von den ArbeiterInnen ohne Vermittlung durch StellvertreterInnen selbst organisiert und 
durchgeführt werden. Dazu gehören z.B. Streiks, Boykotts, dienst nach Vorschrift, Sabotage 
oder Besetzungen. Die Logik der Direkten Aktion ist einfach. Wenn wir aufhören, das zu 
tun, was uns befohlen wird, und wir anfangen, das zu tun, was wir selbst entscheiden zu 
tun, gibt es kaum eine Möglichkeit uns zu stoppen. „Die Arbeiterinnen erreichen mehr, wenn 
sie ihre Arme verschränken, anstatt sie zu benutzen!“

Was sind die Ziele von Lisa

Das Ziel von Lisa ist jenes der syndikalistischen Bewegung: die umfassende soziale 
Selbstverwaltung. Da aber dieses zu erreichen aller Voraussicht nach noch ein Weilchen 
dauert, wollen wir mittelfristig ein handlungsfähiges Syndikat aufbauen. Auch eine kleine 
Gruppe kann durch direkte Aktionen viel erreichen, vorausgesetzt die Mitglieder handeln 
solidarisch und entschlossen. Und Missstände gibt es, davon können wir alle ein Lied 
singen, in unserem Arbeitsfeld sicher genug.

Wie ist Lisa organisiert?

Lisa ist Teil einer (anarcho-)syndikalistischen Föderation in Österreich. Neben Lisa 
existieren zur Zeit auch ein Allgemeines Syndikat Oberösterreich, das 
ArbeiterInnen-Syndikat Wissensindustrie (Wien) und das Allgemeine Syndikat Wien. Die 
Syndikate genießen dabei allerdings völlige Autonomie. Das ist das Prinzip des 
Syndikalismus, der föderalistisch gegliedert ist. Keine FunktionärInnen und 
KarrieristInnen, keine BerufsaktionistInnen, keine Bosse und Parteisoldaten. Alle 
Entscheidigungen werden von den Mitgliedern selbst getroffen und nicht von einer 
allmächtigen Gewerkschaftszentrale. Dadurch können Betriebsgruppen, Syndikate und 
Ortsgruppen schnell und effizient handeln. Das alles unabhängig von der Größe der 
Organisation.

Was unterscheidet LISA von NGO’s wie z.B. sozial attack oder dem Berufsverband der 
SozialarbeiterInnen?

Zum einen die klar antikapitalistische Ausrichtung. Das heißt nicht, dass wir gegen 
Reformen sind. Das wäre dumm. Aber bei allen zu erreichenden Verbesserungen behalten wir 
das Ziel einer Klassen- und Herrschaftslosen Gesellschaft nicht aus den Augen. Zum anderen 
wollen wir es vermeiden, an den Staat zu appellieren oder in ihm ein mögliches Instrument 
sozialen Fortschritts zu sehen. Wir glauben nämlich, dass jene Verhältnisse die besten 
sind, in denen wir solidarisch und so selbstbestimmt wie nur irgend möglich leben, werken 
und gestalten können. Darum sind es auch die ArbeiterInnen selbst, die Veränderungen 
erkämpfen können und nicht Parteien oder selbsternannte Arbeiter(Ver-)FührerInnen. LISA 
legt ihr Augenmerk auf die Arbeitsverhältnisse im Sozial- und Gesundheitsbereich. Dass das 
Erkämpfen bestmöglicher Arbeitsbedingungen letztendlich auch den KlientInnen und 
PatientInnen (Neusprech: KundInnen) zugute kommt, versteht sich von selbst. Zu guter Letzt 
wendet sich LISA nicht an diese oder jene Berufsgruppe, sondern alle die im Solzial- oder 
Gesundheitsbereich arbeiten oder einen Zwangsdienst leisten müssen!

Kann ich ÖGB Mitglied sein und gleichzeitig bei Lisa mitmachen?

Im Prinzip schon. Allerdings nicht, wenn du FunktionärIn bist. Das würde unseren 
Überzeugungen widersprechen. Den ÖGB und sein hierarchisches Organisationsmodell, sowie 
seine reformistische Ausrichtung lehnen wir ab. Da er aber im Moment die einzige 
gewerkschaftliche Organisation von relevanter Größe hierzulande ist, mag eine ÖGB 
Mitgliedschaft – unabhängig davon, ob seine Organisationsform und Ausrichtung unterstützt 
werden – für den Einen oder die Andere Sinn ergeben (Auch wenn er es geschafft hat, seine 
Streikkassa zu verzocken!).

Wie trete ich mit Lisa in Kontakt? Wie werde ich Mitglied?

Am einfachsten indem du uns eine E-Mail schreibst und wir uns bemühen, dass diese auch in 
einem angemessenen Zeitraum beantwortet wird. Du kannst uns auch schreiben, wenn du 
weitere Fragen hast. Über Termine und Treffen kannst du dich auf diesem Blog informieren. 
Post bitte an „LISA c/o Hängematte, Stiftgasse 8, 1070 Wien“. Mitglied bist du dann, wenn 
du unsere Grundsätze teilst und Mitglied sein willst.

www.syndikate.at

YOU ARE THE UNION!

Du bist die Gewerkschaft!

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Links http://lisasyndikat.wordpress.com/wer-wir-sind-und-was-wir-wollen/


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