(de) Elfenbeinküste: Frankreich eilt seinen eigenen Interessen zu Hilfe by Alternative Libertaire - AL (ca, en, fr)

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Sun Jun 5 12:03:14 CEST 2011


Für Laurent Gbagbo ist die Partie zu Ende. Der Präsident der Elfenbeinküste wird seinen 
Platz an Alassane Ouattara abtreten, der von den „Forces nouvelles“ (umbenannt in „Forces 
républicaines de Côte d'Ivoire“) sowie von den UNO-Truppen und der französischen Armee – 
der berühmten „Force Licorne“ –, die für den letzten Akt auf die Bühne getreten sind, 
unterstützt wird. ---- Es ist sehr schwierig, zu wissen, welcher der zwei Kandidaten bei 
den Präsidentschaftswahlen am 28. November 2010 angesichts des massiven Wahlbetrugs von 
beiden Seiten die Mehrheit der Stimmen erhalten hat. Aber das ist auch nebensächlich: Die 
ausländischen Mächte haben auf jeden Fall Alassane Ouattara zum Gewinner gekürt. -- Indem 
Frankreich seine Truppen für die Schlacht um Abidjan in Bewegung gesetzt hat, startete es 
den Versuch, die Elfenbeinküste von morgen in seinem Einflussbereich zu halten.

Dies hat es schon 2002 gemacht, als die französischen Truppen einem gewissen Laurent 
Gbagbo, der durch einen Aufstand bedroht wurde, zu Hilfe geeilt sind. Das ist es, was es 
wiederum 2011 gemacht hat, indem es geholfen hat, denselben Gbagbo zu vertreiben, der sich 
inzwischen nicht mehr steuern liess. Und das alles mit einem UNO-Mandat zu machen, ist 
natürlich „sauberer“.

Nun stammt aber Alassane Ouattara nicht aus dem „frankafrikanischen“ Stall. Er steht sogar 
in politischer und kultureller Hinsicht den Amerikanern ziemlich nahe. Doch künftig wird 
er in der Schuld des Élysée stehen, der ihm zum Teil den endgültigen Sieg geschenkt haben 
wird. Dies müsste ihm helfen, sich zu erinnern, was man von ihm erwartet: Die 
wirtschaftlichen Interessen von Frankreich im Land durchzusetzen. Bouygues verwaltet das 
Wasser und die Elektrizität; die Société générale, die BNP und der Crédit lyonnais haben 
die Oberhand im Bankensektor; Orange dominiert den Mobilfunkmarkt; Bolloré hat die 
Hafenwirtschaft unter Kontrolle. Bolloré war übrigens der multinationale Konzern, der am 
offensichtlichsten von Gbagbo unterstützt wurde. Wird ein nachtragender Ouattara die 
Verträge in Frage stellen? Wir können sicher sein, dass Nicolas Sarkozy zu Gunsten seines 
guten Freundes Vincent Bolloré, der ihm im Mai 2007 Ferien auf seiner Luxusyacht angeboten 
hat, intervenieren wird.

Weder Gbagbo noch Ouattara stehen für die Interessen des ivorischen Volkes ein. Die 
Streitkräfte, die sie unterstützt haben – die „Jeunes Patriotes“ und die ivorische Armee 
Gbagbo, die „Forces nouvelles“ Ouattara – haben durch Plünderungen und rassistische 
Massaker Terror unter der Zivilbevölkerung gesät. Und sowohl Gbagbo wie Ouattara sind von 
ausländischen Mächten abhängig, die zuerst auf den einen, dann auf den anderen Potentaten 
gesetzt haben, um die Kontinuität ihrer Interessen zu sichern. Das Rad der Zeit dreht 
zugunsten der Diener des Imperialismus. Nur ohne sie kann die Elfenbeinküste ihre Zukunft 
selber gestalten.


Nieder mit dem Imperialismus!

Abzug der französischen Truppen aus der Elfenbeinküste!

Freiheit für die Völker!


Alternative libertaire, 6. April 2011

Related Link: http://alternativelibertaire.org


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