(de) PM Soli-Postkarte fur franz. CNT-PTT

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Sun Jan 27 16:47:24 CET 2008


Pressemitteilung der Gewerkschaft FAU Leipzig --- vom 27.01.08 --- Für 
Nachfragen steht Ihnen gern zur Verfügung: André Eisenstein, FAU VAB Leipzig
Tel.: 0160 97637813 E-Mail: faul1 at fau.org ---- EIN ZEICHEN DER SOLIDARITÄT: EINE 
POSTKARTE NACH FRANKREICH ---- Die Gewerkschaft CNT ist bei der französischen 
Post quasi verboten worden. Seit Januar 2006 haben KollegInnen der CNT-PTT, die 
weiter als Gewerkschafter auftreten, mit Abmahnungen oder Suspendierung zu 
rechnen. ---- Als Zeichen der Solidarität hat die anarcho-syndikalistische 
Gewerkschaft "Freie ArbeiterInnen-Union" eine Postkarte gedruckt. Diese Karten 
sollen massenhaft nach Frankreich geschickt werden: zu FreundInnen und 
Bekannten, oder an die CNT-PTT in Paris! Auf dem Weg dahin erreichen sie auch 
die ArbeiterInnen in den Sortierzentren von La Poste.

Die FAU ruft alle LeserInnen auf, sich ihrer lebendigen oder
eingeschlafenen Kontakte nach Frankreich zu entsinnen und ihnen eine
CNT-PTT-Postkarte zu schicken. Sie kann auch weitergegeben werden an
FreundInnen und KollegInnen, an Francophone und Romanisten.

Die Karte gibt es beim FAU-Materialienvertrieb  für 0,85 Euro pro Stück.
Mit dem Porto von 0,65 Euro kostet dieses Zeichen der Solidarität
gerademal 1,50 Euro. Überschüsse kommen der CNT-PTT zugute.

Hintergrund: Gewerkschaftsfreiheit passé

Am 27. Januar 2006 wurde der CNT-PTT durch ein firmeninternes Abkommen
zwischen der Poste-Geschäftsleitung und den Zentralgewerkschaften CGC,
CFDT, CFTC, FO und UNSA der Gewerkschaftsstatus aberkannt. Wegen dieser
Vereinbarung, die  bestimmte Rechte auf die „repräsentativen“
Gewerkschaften einschränkt, können die Betriebsgruppen der CNT-PTT nur
noch verdeckt agieren. Für die KollegInnen ist es nun ungleich
schwieriger, weiterhin als CNT-Mitglieder aufzutreten und ihre Interessen
zu vertreten. So zum Beispiel wurde ein Kollege in Paris für zwei Wochen
suspendiert - ohne Lohn! - weil er Flugblätter verteilt hatte. Andernorts
werden Abmahnungen gegen kämpferische Postangestellte ausgesprochen.

Aufgeben? Keine Frage!!

Seit zwei Jahren wehren sich die KollegInnen gegen die Ambitionen der
Post-Direktion mit Demonstrationen und gewerkschaftlichen Aktivitäten. Im
Herbst 2007 riefen sie nun anlässlich der Betriebsratswahlen zu einem
internationalen Protesttag auf. An ihre KollegInnen bei La Poste richtete
die CNT-PTT gleichzeitig einen Boykott-Aufruf: Denn wenn die Beteiligung
im ersten Anlauf unter 50 Prozent fällt, müssen die Listen geöffnet
werden, auch für "nicht repräsentative" Gewerkschaften. Auf diesem Wege
konnte die CNT-PTT der Pariser Region im Dezember 2007 ihren
Gewerkschaftsstatus wiedererlangen. (Und sie erhielt mehr Zuspruch als die
"repräsentativen" CFTC und UNSA, die das Abkommen im Januar 2006 mit
unterzeichnet hatten.)
Die CNT betont, dass es sich hierbei nur um ein taktisches Manöver
handelt, in einer Situation, in der es um das Überleben einer
Branchenföderation ging. Das wahre Leben liege in den Kämpfen, nicht in
den Wahlurnen. Derweil holt die Geschäftsleitung von La Poste vielleicht
schon zum nächsten juristischen Schlag aus.

Versuch einer direkten Aktion

Am internationalen Protesttag gingen bei der CNT-PTT zahlreiche
Grußbotschaften aus ganz Europa und auch aus Afrika ein. In Berlin zogen
Mitglieder der FAU zu einer Protestkundgebung vor das "Maison de France".
Und der staatenübergreifende Protest ist wichtig, weil er den kämpfenden
KollegInnen bei La Poste Mut gibt!
Deshalb ist die Angelegenheit für die FAU noch nicht erledigt. Schließlich
ist sie auch noch nicht erledigt für die KollegInnen in Bordeaux, in
Nantes, in Lille, Lyon und vielen anderen französischen Städten. Die
Postkarten sind dabei ein gutes Mittel, die geographische Distanz zu
überbrücken und den Skandal auch hier in Deutschland bekannt zu machen!
Die Solidaritätskarte ist extra groß und bietet genug Platz für
persönliche Nachrichten. Die Adresse ist vorgedruckt in hellem Grau, so
dass sie problemlos überschrieben werden kann. Es ist kein Problem, wenn
die Adresse nicht maschinenlesbar ist - denn es gibt sie noch, die
Sortierzentren mit Handarbeit! So erreicht die Karte nicht nur die
Adressaten, sondern auch einige ArbeiterInnen von La Poste. Vielleicht
können wir so einen kleinen Beitrag leisten, die kämpferische CNT-PTT
wirklich zu stärken.

Freie ArbeiterInnen-Union, Vereinigung aller Berufe Leipzig,
mit Unterstützung des Internationalen Sekretariats der FAU-IAA

Weitere Informationen im Internet:
Solikundgebung für die CNT-PTT in Berlin, 24.10.2007:
http://www.fau.org/artikel/art_071024-122853
Flugblatt: Solidarität mit der CNT-PTT, 22.10.2007:
http://www.fau.org/artikel/art_071015-152826

Direkte Aktion - Zum Verständnis eines Konzeptes
http://www.fau.org/texte/anarcho-syndikalismus/art_030914-104346

Karten bestellen: Solidaritätspostkarte. Stückpreis: 0,85 Euro

FAU-MAT
c/o Café Libertad
Stresemannstr. 268
22769 Hamburg

E-Mail: fau-mat at gmx.de
http://www.fau.org/fau-mat



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