(de) Fauchthunrundmail 13.2.08

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Wed Feb 13 19:06:33 CET 2008


1. Rundbrief von Marco Camenisch zum Hungerstreik der rev.Gefangenen 
---- 2. Freiraumfestival in Luzern 15/16 Februar 2008 --- 3. CNT beendet 
der Arbeitskampf beit Tochterfirma von BEHR/Stuttgart/Barcelona --- 1. 
Rundbrief von Marco Camenisch Vom 18-29. Februar 2008 ergreifen einige 
anarchistische revolutionäre Leute als international zersprengte 
Gefangene und revolutionäre Gefangene im permanenten Kampf gegen jeden 
Knast, Repression, Isolation, Folter, Lebenslänglich, für die Befreiung 
der kranken Gefangenen usw., diese kollektive und offene 
Kampfinitiative, woran ich durch Hungerstreik vom 18.-29.2.08 teilnehme.

Aus dem deutschen Knast hat mir Genosse Thomas Meyer-Falk die 
solidarische Teilnahme ohne Hungerstreik, weil er mit Hungerstreik 
generell nicht einverstanden ist, zukommen lassen.
Die Diskussion um gemeinsamere Initiativen unter Gefangenen GenossInnen 
hat begonnen und wird breiter, über diese Einzelinitiative fand aber 
eine Diskussion eher unter den Genossen José und Gabriel in 
Isolationshaft in Germoney, dem Genossen Rafa im neuen ?Stammheim? 
Spaniens (Pto. III, Puerto de Sta Maria), die für die Abschaffung von 
lebenslänglich in Italien am 1., 2. und 3.12.07 und dann vom 
14.-17.12.07 (Symposium gegen die Isolation in Brüssel) gestreikt haben, 
und Joaquin im Knast Spanien einer der ?sechs von Barcelona? (wegen 
Blumentopf auf Bullenkopf), der am Streik anlässlich Symposium auch 
teilnahm, und Diego, gefangener Genosse in Avellanda, Argentinien, 
Mitglied des Atenco Jacinta Fortunata und Mitarbeiter der Zeitung 
Libertad mit 13 Jahren wegen Überfalls mit Kriegswaffen auf die Villa 
eines in Spanien und Argentinien bekannten Oligarchen, und mit mir 
statt. Definitivere Infos sind vielleicht schon im Umlauf oder werden in 
der Folge zirkulieren. Leider, wegen einer Periode sich bei mir 
überlagernden technischen und gesundheitlichen Problemen kommt hier 
bloss so wenig und erst so kurz vor beginn der Agitation.

Jedenfalls, ich erneuere die Solidarität mit dem Kampf gegen 
Lebenslänglich in Italien, Moment starker und solidarischer Autonomie 
und Arbeit vieler Leute drinnen und draussen und die Erfahrung, die 
jenseits aller Gegensätze und Unterschiede Früchte gebracht hat und 
bringen wird, Früchte der Kontinuität und der Anstösse für den Kampf 
gegen den Knast und das Bestehende, das ihn notwendig macht. Ein 
gemeinsamer Kampf, drinnen und draussen, immer besser organisiert.

Als Fortführung unseres gemeinsamen Kampfes vom 16. bis 29.9.2007 gegen 
die Isolations- und Vernichtungsbedingungen im deutschen Staat, denen 
die Genossen Gabriel und José unterworfen sind, erinnere ich daran, dass 
ihre Lage sich nicht verändert hat. Ich rufe die revolutionäre Bewegung 
in Deutschland und International dazu auf, das allzu verbreitete und, 
mit dem Staat, komplizenhafte Schweigen dazu zu brechen. Die 
Verweigerung der Solidarität (um Himmels Willen! Natürlich immer 
kritische?) mit GenossInnen, die von der bürgerlichen Repression 
betroffen sind, ist Legitimierung von repressiver Folter und Vernichtung!

Bekräftigen möchte ich auch auch meine Solidarität mit den politischen 
Gefangenen und den Leuten unter den Mapuche, die für das Überleben ihres 
Volkes, Land und Freiheit kämpfen. Darunter Patricia Troncoso mit ihren 
dank ihrer Entschlossenheit und der folgenden massiven internationalen 
Mobilisierung eben erfolgreich beendeten 110 Hungerstreiktagen! Patricia 
Troncoso und ihre MitkämpferInnen, wie auch die GenossInnen aus der 
Türkei gegen den F-Typ, zeigen auf, wie viel Kraft diese Kampfmethode 
des entschlossenen, in seinen Zielen und Modalitäten ausgewogenen 
und/oder längeren Hungerstreiks für die Mobilisierung drinnen und 
draussen entwickeln kann, bis zum Erfolg, dass die Mauern des Schweigens 
fallen und Ziele erreicht werden können in einem Kampf , der in seinem 
allgemeinen Rahmen als Befreiungskampf jedenfalls ein Kampf auf Leben 
und Tod ist. Woran uns etwa der Mord, am 3. Januar durch faschistische 
Truppen (carabineros) des Chilenischen Staates, am jungen militanten 
Mapuche, der während einer Landbesetzung getötet wurde erinnert.

Daran erinnert uns die immer breiter angewendete und brutalere Folter 
gegen politische Gefangene und ganze Volksteile in Spanien, wo den 
?alten? Methoden die neuen aus Guatanamo usw., hinzugefügt werden, daran 
erninnern uns alle FIES, E-Typ, Maxi Max, Vereinigungsartikel Asyl- und 
Auslieferungspolitik, der alltägliche Megaholocaust, der von der 
Zivilisation und Fortschritt verbrochen wird?

Solidarität mit den GenossInnen des ?Fuori Luogo? in Bologna, die vor 
einer der unverhältnismässigsten neofaschistischen Verfolgung gegen den 
anarchistischen und allgemein radikalen Dissens stehen.

Solidarität mit dem Hungerstreik der revolutionären kommunistischen 
Gefangenen, die am 12.2.07 in Italien verhaftet wurden und am 12.2.2008 
den Hungerstreik gegen eine schlicht als politische Verfolgung 
aufrechterhaltene Isolation.

Ein solidarischer Gruss an die Demo, die in Enzisheim in Frankreich in 
Solidarität und zur Befreiung des Genossen AD Georges Cipriani und für 
die Befreiung aller poltischer Gefangener am 23.2.08 stattfinden wird.

Gegen den Terrorismus des Staates und Kapitals, revolutionäre 
Solidarität (um Himmels Willen! Natürlich immer 
kritisch/selbstkritisch?) gegen die Repression, jenseits aller 
Unterschiede der Tendenzen

GEGEN JEDEN STAAT UND IMPERIALISTISCHEN KRIEG, AUSBEUTUNG, 
UNTERDRÜCKUNG, REPRESSION, FÜR DIE FREIHEIT, PERMANENTER KAMPF

marco camenisch, Todeslager Regensdorf, Zürich, Schweiz, 10. Februar 2008


2. Freiraumfestival in Luzern 15/16 Februar 2008
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Am Freitag, 15. und Samstag 16. Februar findet im Vögeligärtli in Luzern 
das Freiraum Festival Kultur braucht Platz der Aktion Freiraum statt.

Mit dem Festival geht die Aktion Freiraum in die nächste Runde: Wir 
müssen unsere Kultur auf der Strasse ausleben, weil die Stadt Luzern 
nicht bereit ist, die alternative Kultur zu akzeptieren, mehr noch, sie 
aktiv behindert. Nachdem sich die IG Kultur und mehrere Kulturhäuser der 
Stadt hinter die Anliegen der Aktion Freiraum gestellt haben, wird die 
ausgelöste Auseinandersetzung um Freiräume und die Stadtentwicklung 
weitergeführt.Das Festival dauert am Freitag von 18-22 Uhr und am 
Samstag von 12-16 Uhr. Der inhaltliche Teil des Festivals besteht am 
Freitag aus einer Tonbildschau und einem Film über die Alternativkultur 
in Luzern. Am Samstag aus einer Diskussion zum Thema ?Alternative 
Kulturzentren ? wie entstehen sie, wie überleben sie?? mit Vertretern 
der Kulturhäuser Sedel, Boa, Rote Fabrik (Zürich), Reitschule (Bern) und 
Kulturzentrum Bremgarten.


Inhaltlich umrandet wird das Festival von diversen Stellwänden zur 
kultur- und gesellschaftspolitischen, wie auch zur städteplanerischen 
Entwicklung in der Stadt Luzern und zu diversen alternativen 
Kulturzentren in der Schweiz. Die Wünsche der Festivalbesuchenden werden 
auf Wunschzetteln gesammelt, präsentiert und fliessen in die Arbeit der 
Aktion Freiraum ein.

An beiden Tagen werden diverse Bands auftreten. Die Liste geht vom 
bekannten Berner Rapper Greis über Pink Spider bis zur legendären 
Luzerner Punkband Moped Läds. In einer Zeit in der das KKL erneut mit 
einer Viertelmillion saniert werden muss, der Unterstützungsbeitrag für 
die salle modulable kaum zu vermeiden ist und die Stadt mit dem Ausbau 
der Videoüberwachung weiterhin Geld verpulvert, werden unsere Anliegen 
nicht ernst genommen. Mit diesem Festival wollen wir unsere Kultur leben 
und tun dies auf der Strasse, weil die Stadt Luzern nicht bereit ist die 
alternative Kultur zu akzeptieren, sondern sie aktiv versucht zu 
behindern. Weiter

werden wir die kultur- und gesellschaftspolitischen, wie auch die 
städteplanerischen Entwicklungen kritisch thematisieren und wollen 
unsere Forderung nach alternativkulturellem Freiraum weiter stärken.


Freitag, 15. Februar 2008 ?

18h Vokü Begleitmusik: Matze

19:00h Ton- / Bildschau zum Thema Freiraum

20h Konzert: Jotta

21h Konzert: Greis


Samstag, 16. Februar 2008

12h Mittagstisch

13h Konzert: Ziska Lovis

13h30 Konzert: Pink Spider

14h Infodiskussion:Diskussion zum Thema ?Alternative Kulturzentren ? wie 
entstehen sie, wie überleben sie?? mit Vertretern der Kulturhäuser 
Sedel, Boa, Rote Fabrik (Zürich), Reitschule (Bern) und Kulturzentrum 
Bremgarten.

15h Konzert: Möped Läds


Neben dem ?offiziellen? Programm steht das ganze Vögeligärtli für Alle 
offen, das heisst es sind Alle eingeladen mit eigenen Ideen selbst etwas 
auf die Beine zu stellen, oder einfach beim Auf- und Abbau mithelfen. Du 
bist natürlich auch herzlich eingeladen einfach vorbei zu schauen, das 
ganze ist ohne Eintritt, obschon wir um Kollektenbeiträge froh sein werden.


Hindern Dich Zäune?Wohnst Du wie Du willst?Gehst Du oft an 
Abbruchparties? Wohin führt das??Warum sind illegale Bars illegal? Lässt 
Du Dir in die Taschen schauen??Von fremden Männern vor Kulturhäusern? 
Fühlst Du Dich jung oder alt??Wo kann der Elch weiden? Brennt Luzern 
besser als Zürich? Wo findet Deine Kultur statt? Überall?...


Weitere Infos unter:

http://www.aktionfreiraum.ch/

3. CNT beendet der Arbeitskampf beit Tochterfirma von BEHR
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Barcelona: Arbeitskampf bei FRAPE-BEHR beendet

Wie die CNT-IAA Barcelona mitteilt, wurde der Arbeitskampf bei der 
Tochterfirma des Stuttgarter Konzerns BEHR durch eine Einigung zwischen 
der Firma und der Vollversammlung der Arbeiter/innen am 22. Januar 2008 
für beendet erklärt.

Für die Unterstützung des monatelangen Konfliktes wurde ein 
Solidaritätskonto eingerichtet:

Bank-Nr.: 2013 Caixa de Catalunya
Kontonr.: 0717 61 0200554033
BIC: CESCESBBXX
IBAN: ES83-2013-0717-61-0200554033


Am Morgen des 03. Januar 2008 haben die ArbeiterInnen von FRAPE-BEHR die 
Strasse Ronda Litoral in Barcelona blockiert, um neue Protestaktionen zu 
beginnen. Gleichzeitig haben in über fünfzehn Staaten 
Gewerkschaftsorganisationen eine internationale Solidaitätskampagne 
unterstützt, die von der (anarchosyndikalistischen) CNT-IAA zu Beginn 
der Fabrikbesetzung gestartet wurde [siehe den Artikel auf 
http://anarchosyndikalismus.org/international/spanien/frape-behr2007/index.html]. 


Die ArbeiterInnen von FRAPE-BEHR hatten am 26. Dezember 2007 [nach fünf 
Tagen in der besetzten Fabrik] das Gelände wieder verlassen, nachdem 
Frau Mar Serna vom Arbeitsbeirat der Regierung von Montilla ein neues 
Verhandlungstreffen zwischen der Firma, der ArbeiterInnen und der 
Regionalregierung zugesagt hatte, wobei eine Einigung schon absehbar 
schien. Dieser Schritt schien eine Reaktion auf die fünf Tage 
Fabrikbesetzung zu sein, sowie auf die dutzenden Protestbriefe, welche 
Frau Mar Serna von gewerkschaftlichen und soziale Organisationen 
erhalten hatte. In diesen wurde die Regionalregierung aufgefordert, dem 
Schliessung- und Entlassungsplan (ERE) der in Stuttgart ansässigen Firma 
BEHR nicht zuzustimmen.

Trotzdem haben die ArbeiterInnen nun feststellen müssen, dass - nach 
Angaben der Betriebsgruppe der CNT-IAA bei FRAPE-BEHR - "die 
Regionalregierung kein Interesse an der Erhaltung der Arbeitsplätze in 
Barcelona hat". Nach drei Stunden der Verhandlung konnte die Firma nicht 
zu einem Abweichen von ihrer Position gebracht werden und Frau Mar Serna 
hat an dem Treffen überhaupt nicht teilgenommen. Die ArbeiterInnen haben 
nun für den 04. Januar 2008 eine Vollversammlung einberufen, auf der sie 
ihre weitere Strategie entwickeln müssen. [...]

Am Morgen des 03. Januar 2008 haben 180 ArbeiterInnen dann für etwa 45 
Minuten die Uferstrasse Ronda Litoral blockiert, die hoch in die 
Freihandelszone Zona Franca führt. Während dieser Aktion, die den 
Verkehr in doppeltem Sinne paralysiert hatte, war die Lage wegen der 
Anwesenheit der Anti-Aufstands-Einheiten von Mossos de Esquadra 
zeitweise angespannt. Trotzdem "haben die ArbeiterInnen zu jeder Zeit 
die Ruhe und Gelassenheit bewahrt" ohne, dass die Sache eskalierte, so 
der Gewerkschaftsdelegierte der CNT-IAA, Luis D. Andrades.

Die CNT-IAA bewertet die zweifelhafte Entwicklung, welche die 
Regionalregierung im Laufe dieses Konfliktes genommen hat, für sehr 
schlecht. Nach Angaben der Gewerkschaft gefährdet die Regierung von 
Montilla jene Firmen, die dort gewinnbringend produzieren, wenn diese in 
Länder verlegt werden, wo die gesellschaftlichen Bedingungen schlechter 
sind.

Daher hat die CNT-IAA einen internationalen Solidaritätsaufruf für die 
ArbeiterInnen von FRAPE-BEHR gestartet, der bereits durch Aktionen vor 
deren Fabrikniederlassungen in Deutschland, Frankreich und Südafrika 
beantwortet wurde. Ausserdem gab es Proteste gegen die Regionalregierung 
von Katalonien von Gewerkschaftsgruppen unter anderem in Deutschland, 
Österreich, Brasilien, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Kanada, 
Tschechien, Kroatien, USA, Slowakei, Slowenien, Italien, Norwegen, 
Britannien, Russland und Serbien.

Schliesslich hat die CNT-IAA angekündigt, dass sie diesen mutigen 
Kampfes der ArbeiterInnen von FRAPE-BEHR weiterhin unterstützen wird. 
Dieser Kampf ist ein Beispiel dafür, wie sich Arbeitsplätze gegenüber 
der Zusammenarbeit von Firmen, wie FRAPE-BEHR, mit der Regierung von 
Montilla verteidigen lassen. Ausserdem bestätigt sie, dass die 
internationalen Proteste vor Konsulaten und Botschaften nur ansteigen 
werden, falls die Regionalregierung dem Schliessungs- und 
Entlassungsplan (ERE) zustimmen sollte.


Federación Local de Sindicatos de Barcelona
(Lokalföderation der Gewerkschaften von Barcelona), CNT-IAA
Agència Confederal de Barcelona

Kontakt zur CNT (Confederación Nacional del Trabajo):
http://barcelona.cnt.es/,
http://cnt-frape.blogspot.com/,
http://www.cnt.es/

Sonderseite der Internationalen Arbeiter/innen-Assoziation (IAA)
http://iwa-ait.org/solidarity.html

Übersetzung: Anarchosyndikat "eduCat", Köln/Bonn,
http://anarchosyndikalismus.org



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