(de) Schweden: Nazis verüben Mordversuch an Gewerkschaftsaktivisten und deren Kind

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Mon Dec 8 19:22:52 CET 2008


1999 ermordeten Nazis den Syndikalisten Björn Söderberg. Nun haben sie
es wieder versucht. Zwei SyndikalistInnen aus Stockholm – einer von
ihnen ein ehemaliges Mitglied des Lokalausschusses Stockholm – und ihre
knapp dreijährige Tochter waren gezwungen, von ihrem Balkon im dritten
Stock eines Wohnhauses in Sicherheit zu klettern, nachdem Nazis ihre
Wohnung angezündet hatten. Vor einem halben Jahr wurden die Namen und
Bilder von SAC-Angehörigen auf der offen nazistischen Website Info 14
veröffentlicht. Die Leute hinter der Website sind die gleichen, die den
Salemfonds betreiben, eine Gruppe, die jeden Dezember den Naziaufmarsch
in Salem, in der Nähe Stockholms, organisiert. Der Salem-Marsch ist das
größte jährliche Nazi-Treffen Nordeuropas.

Kurz vor neun Uhr abends am Montag, den 1. Dezember, hörten unsere
GenossInnen wie eine Flüssigkeit in den Vorraum ihrer Wohnung gegossen
wurde: "Ich sah, wie jemand eine klare Flüssigkeit durch den
Briefschlitz in unsere Wohnung gieß. Am Geruch erkannte ich, dass es
Benzin war. Ich schrie so laut ich konnte: Wir haben ein Kind hier
drinnen! Es war unmöglich, dass sie das nicht hörten. Eine Sekunde
später zündeten sie das Benzin an."

Die Familie hatte ihre Winterkleidung im Vorraum und so breitete sich
das Feuer unmittelbar in die Küche und ins Wohnzimmer aus. Es war
unmöglich, sich durch die Türe zu retten: "Es gelang uns, unsere Tochter
zu unseren Nachbarn hinunterzureichen, auf den Balkon unter uns. Wenn
sie uns entglitten wäre, wäre sie jetzt tot."

Die Eltern schafften es dann, auf denselben Balkon hinunterzuklettern.
Hinter ihnen zerstörte das Feuer ihre Habe, ihre Erinnerungen, ihr
Zukunftspläne. Unsere KollegInnen und ihre Tochter blieben wie durch ein
Wunder unverletzt – aber das ändert nichts daran, dass jemand versucht
hat, sie gezielt und kaltblütig umzubringen.

Die Polizei geht davon aus, dass die Attacke politisch motiviert war und
von denselben Leuten verübt wurde, die zwei Tage zuvor das
libertär-sozialistische Kulturzentrum Cyklopen in Högdalen, einem Vorort
von Stockholm, abgebrannt hatten. Der Anschlag wurde als Brandstiftung
mit Tötungsabsicht klassifiziert. Unsere angegriffenen KollegInnen waren
in ihrer Gewerkschaftsarbeit besonders im Kampf gegen Rassismus und
Klassenunterschiede engagiert. Für die Nazis schien dies Grund genug,
sie mit dem Tode zu bestrafen.

Ola Brunnström vom SAC-Arbeitsausschuss erklärt: "Die Leute, die den
Aufmarsch in Salem organisieren, sind keine harmlosen Menschen mit etwas
anderen Ansichten. Sie sind ideologisch überzeugte Nazis, die
offensichtlich im Namen ihrer Sache des Mordes fähig sind."

Am Samstag werden die Leute, die versuchten, unsere GenossInnen zu
töten, den diesjährigen Aufmarsch in Salem veranstalten. Die SAC ruft
alle dazu auf, bei der Gegendemonstration teilzunehmen, die um 12 Uhr
von dem Netzwerk gegen Rassismus in Salem organisiert wird. Wenn wir den
Nazis nichts entgegenstellen, werden wir nicht wissen, wen sie als
nächstes angreifen werden!

SAC-Arbeitskommittee
www.sac.se

(Quelle: https://www.fau.org/artikel/art_081203-200432)


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