(de) FAU: Die "Strike-Bike Kampagne" geht los!

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Sun Sep 23 16:53:34 CEST 2007


 

Solidaritätskreis »Strike-Bike« der FAU / Fettstr. 23 / 20357 Hamburg 
Belegschaft nimmt die Produktion in besetzter Fahrradfabrik im 
thüringischen Nordhausen selbstverwaltet wieder auf ---- Die 135 
Kolleginnen und Kollegen der Fahrradfabrik Bike Systems GmbH  im 
thüringischen Nordhausen, die das Werk seit dem 10. Juli 2007 besetzt 
halten, haben beschlossen, die Produktion von Fahrrädern in 
Selbstverwaltung wieder aufzunehmen. Dafür müssen bis zum 2. Oktober 
verbindlich 1.800 Bestellungen für Fahrräder eingehen. Beim Vertrieb 
arbeiten die Kollegen und Kolleginnen mit der anarchosyndikalistischen 
Gewerkschaft FAU zusammen (Freie Arbeiterinnen- und Arbeiter-Union). Für 
die Kampagne ist die Homepage www.strike-bike.de freigeschaltet. ---- 
Seit mehr als zwei Monaten hält die Belegschaft den südharzer Betrieb 
der Bike Systems  im 3-Schichtbetrieb besetzt. Sie wollen verhindern, 
dass der

Betrieb endgültig demontiert und verkauft wird. Die beantragte Insolvenz 
vom 10. August hat kaum Aussicht auf Erfolg: Die Firma ist 
ausgeschlachtet, heruntergewirtschaftet, die Halle ist bis auf die 
Lackierstraße leergeräumt. Die Belegschaft erhält Abeitslosengeld und 
hofft auf ein neues Konzept mit einem neuen Investor.

Das Strike-Bike    Solidaritäts-Fahrräder aus Nordhausen!

In der Zeit der Besetzung und durch Gespräche während der Besuche von

solidarischen Menschen entwickelten die Kolleginnen und Kollegen des

Werkes die Idee, erst einmal für kurze Zeit die Produktion in

Selbstverwaltung wieder aufzunehmen. Weil es eben nicht nur darum geht,

den Abtransport der letzten Maschinen zu verhindern und auf einen neuen

Investor zu warten, stieß die Idee ein eigenes »Strike-Bike« herzustellen,

auf immer größere Resonanz. Jetzt bietet sich die Chance, allen zu zeigen,

ein eigenes Konzepte zu entwickeln, die Produktion und den Vertrieb

alleine auf die Beine stellen zu können.

 

Solidarität und Hoffnung!

Wenn es tatsächlich klappen sollte, 1.800 Vorbestellungen für die in

Eigenregie produzierten Fahrräder zu sammeln, verbreiten wir solidarische

Ideen und machen den Kolleginnen und Kollegen in ähnlichen Situationen

Mut, sich nicht einfach platt-sanieren“ zu lassen. Von wem

auch immer!

 

Hilfe erhält die Belegschaft von der anarchosyndikalistischen Gewerkschaft

Freie Arbeiterinnen- und Arbeiter-Union. Deren solidarische Mitglieder

werden bundesweit aktiv, um den Kampf der Fahrradwerker in Nordhausen

bekannt zu machen und den Verkauf des »Strike-Bike«s zu unterstützen.

 

Weitere Informationen erhalten Sie ab sofort unter der Homepage:

www.strike-bike.de

 

zum Hintergrund und Geschichte der Besetzung u.a.:

www.labournet.de/branchen/sonstige/fahrzeug/bikesystems.html

 

Kontakt zu den BesetzerInnen und Bestellungen direkt an:

Bike-Systems GmbH, Freiherr vom Stein -Straße 31, 99734 Nordhausen

Telefon: 03631  622131  *  Fax: 03631 - 622146

fahrradwerk at gmx.de

 

Für Rückfragen zur Kampagne des Solidaritätskreises »Strike-Bike«  der FAU:

Pressesprecher: Folkert Mohrhof - mobil 0179-4863252  bzw. Montag-Freitag

von 10-15 Uhr unter 040 - 20 90 68 96

 

 

Hintergrund-Story

 

 

Die bisherige Story  eine offensichtliche Lüge!

Die Geschichte der Ausschlachtung der Nordhausener Fahrradfabrik ist ein

Skandal: Der interessierten Öffentlichkeit wird die texanische

US-Investmentgesellschaft Lone Star (mit Büros in Frankfurt, Brüssel) als

Besitzerin vorgeführt, die dieses Werk genauso platt-saniert“

habe, wie

auch das andere Biria-Stammwerk im sächsischen Neukirch (im November 2005

wurde die deutsche Biria AG von Lone Star geschluckt, Biria verkaufte

weniger Fahrräder als erwartet). Die Hintermänner der Zerschlagung der

Biria-Gruppe sind aber Lone Star und der Mitkonkurrent MIFA, die

Mitteldeutsche Fahrradwerke AG im sachsen-anhaltinischen Sangerhausen. Die

MIFA kaufte im Dezember 2006 die gatus 233. GmbH in Berlin, die zu dem

einzigen Zweck gegründet wurde, um die Vermögenswerte der Biria-Gruppe


ihr gehörten die Werke in Neukirch und Nordhausen - zu erwerben. Die

Verschmelzung der Tochtergesellschaft gatus 233. GmbH mit der MIFA soll

demnächst rückwirkend zum 1.1.2007 erfolgen.

 

Was will die Lone Star?

Geht es um eine Marktbereinigung oder wird die Übernahme der MIFA bereits

organisiert, um sie nur noch als Mantelgesellschaft zu nutzen? Jedenfalls

erhielt die Lone Star als Dank für dieses abgekartete Spiel zwischen

ihnen, der MIFA und der bankrotten Biria-Gruppe ein 25%-Aktienpaket an der

börsennotierten MIFA ... Sämtliche Aufträge wanderten so von Neukirch und

Nordhausen nach Sangerhausen. Die Biria-Gruppe muss aktuell 5,2 Millionen

Euro öffentliche Subventionen zurückzahlen, nicht aber die ehemalige

Besitzerin, Lone Star ...

 

Wer hat all dies eingefädelt?

·     Ist es der MIFA-Vorstand Peter Wicht - ehemaliger 
Kombinats-Direktor von

Robotron? Zusammen mit seinem Kompagnon Michael Lehmann gehört ihm auch

ein weiteres Aktienpaket an der Hyrican Informationssysteme AG (Ex-Lehmann

& Partner), Massenproduzent billiger Computer für Kaufhausketten; im

benachbarten Kindelbrück ist er Aufsichtsratsvorsitzender.

 

·     Marcus Brüning wurde ab dem 16. April 2007 für seine treuen Dienste in

den MIFA-Vorstand berufen, nachdem er von 2006 bis 2007 als

Geschäftsführer bei der Biria-Gruppe, Neukirch/Nordhausen“

(MIFA-Halbjahresbilanz 2007) erfolglos tätig gewesen ist. Seine

Kernkompetenzen Interimsmanagement, Sanierungs- und

Restrukturierungsberatung“ erlernte er u.a. als Prokurist der Dresdner

Bank AG, München; heute ist er nebenbei Gesellschafter bei Günther &

Partner: Kauf und Verkauf von Unternehmen, Finanzierung und

Restrukturierung“ in München.

 

·     Zwei Aufsichtsratsmitglieder der MIFA sind übrigens gleichzeitig im

selben Gremium der Hyrican AG tätig: Uwe Lichtenhahn, Sparkassendirektor

i.R. aus Mannheim und Hans-Joachim Rust, Leiter Risikomanagement der

MLE-Bank GmbH  Tochter des japanischen Mitsubishi-Konzerns.

 

Was haben Lone Star und Wicht, Lehmann und Brüning vor?

Wir klagen öffentlich an, dass diese offensichtlichen Zusammenhänge

verschwiegen wurden, vielmehr wurde die global operierende multinationale

Lone Star auserkoren, damit das Geheul von den Arbeitsplatz fressenden

ausländischen Heuschrecken“ ertönen konnte. Das profitgierige

Konsortium

besteht aber neben der Lone Star auch aus einheimischen Kapitalisten wie

Peter Wicht, der Hyrican aus Kindelbrück, der auf einen Streich 355

Arbeitsplätze seiner Konkurrenz vernichtet hat, um seinen Profitrate zu

steigern. Will er nun zusammen mit der Lone Star seine beiden Firmen für

fertigproduzierte Computer und Fahrräder aus Korea (Samsung ist der

Hauptlieferant) sturmreif schießen? Diesem abgekarteten Spiel kann nur

durch internationale Solidarität begegnet werden, die FAU wird ihre

internationalen Schwester-Gewerkschaften in der IAA um Solidarität bitten,

um dem Arbeitsplatz fressenden Durchmarsch der Wicht-Lehmann-Gruppe und

der Lone Star auf dem europäischen Computer- und Fahrrad-Markt Widerstand

entgegen zu setzen.

 

Kontakt zur Belegschaft und zum Betriebsrat:

Bike-Systems GmbH

Freiherr vom Stein-Straße 31 - 99734 Nordhausen

Telefon: 03631 - 622 131 - Fax: 03631 - 622 146

fahrradwerk at gmx.de



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