(de) Fauchthunrundmail 14.9.07 BauarbeiterInnenstreik

a-infos-de at ainfos.ca a-infos-de at ainfos.ca
Sun Sep 16 23:58:06 CEST 2007


1.LMV-Kündigung. Auf nach Zürich! Grosse Bau-Demo am 22. September! 
2.Aktion gegen den Waffenhandel in Manchester/Blockade der Firma BAE 
11.9----- 1.LMV-Kündigung. Reichen die bisherigen Mittel für einen 
erfolgreichen Widerstand? An der Delegiertenversammlung vom 23. Mai 2007 
hat der Schweizerische Baumeister-verband beschlossen den 
Landesmantelvertrag (LMV 06) zu kündigen. Dahinter steht die Absicht des 
Baumeisterverbandes die Arbeitsbedingungen im Baugewerbe möglichst weit 
zu flexibilisieren. Flexibilität bedeutet für sie dass die Baumeister 
einseitig entscheiden wann, wie lange und zu welchen Bedingungen du 
arbeiten musst. Fallen die Sicherheiten weg die der LMV bisher 
garantierte, müssen sich die Arbeitgeber nur noch an das Arbeits-recht 
halten. Für dich bedeutet dies u.a. die Aufhebung des verbindlichen 
Mindestlohnes und des 13. Monatslohnes, den Samstag als zusätzlichen 
Arbeitstag und die Anhebung der wöchentlichen Arbeitszeit auf bis zu 50 
Stunden. Die Arbeitgeber haben somit freie Hand Leute einzustellen, zu 
entlassen und zu bezahlen wie sie wollen.

Als erste Massnahme hat die UNIA eine Demonstration geplant und will 
nach der

Frie-denspflicht auch einen Streik organisieren. Ob dieser aber stark 
genug sein

wird ist frag-lich. Zu oft hat die UNIA in der Vergangenheit auf Dialog 
gesetzt

und ist faule Kompro-misse eingegangen um die heilige ?Sozialpartnerschaft?

nicht zugefährden. Zudem sind Streiks in der Schweiz nach wie vor verpönt.

In dieser Sache also nur auf die UNIA zu vertrauen wäre leichtsinnig. Viel

wichtiger ist es, sich selbst zu organisieren und auf die eigene Stärke zu

setzen. Im Moment wird in der Schweiz überall gebaut. Ein entschlossen

durchgeführter Streik zu diesem Zeitpunkt wür-de die Baumeister 
empfindlich treffen!

Setzt euch zusammen, organisiert euch in Arbeitergruppen und diskutiert 
eure

Probleme am Arbeitsplatz. Dabei könnt ihr eigene Massnahmen bestimmen um 
eure

Arbeitsbedin-gungen konkret zu verbessern. Wieso nicht einfach mal 
gemeinsam

länger Pause machen oder auf andere Art Sand ins Getriebe streuen. Schon 
kleine

Ungehorsamkeiten können manchmal Wunder wirken und dem Chef zeigen wer

eigentlich das sagen hat. Ihr wisst selbst am besten wo es wehtut!

Was euch betrifft kann schlussendlich nur von euch selbst gelöst werden und

nicht von aussenstehenden Gewerkschaftsfunktionären.

Auf der untenstehenden Homepage findest du weitere Tipps zur 
Organisierung im

Betrieb. Wie können wir euch sonst noch unterstützen?

Freie ArbeiterInnen Union Bern

www.faubern.ch.vu

  bern at fauch.ch

Demo und Urabstimmung über Streik:

22. September in Zürich, 13.30 Uhr Limmatquai

Rap-Track und Video von Topfchopf

Der Baumeisterverband sucht den Machtkampf. Um eine 
Arbeitszeitflexibilisierung

durchzusetzen, hat er den laufenden LMV gekündet. In Kombination mit der

Personenfreizügigkeit, welche damals noch mit Hilfe der 
Gewerkschaftsführung

durchgedrückt worden sind, kommen die Arbeitsbedingungen auf dem Bau massiv

unter Druck. Unterstützt den Kampf der BauarbeiterInnen. Mehr dazu gibts 
hier.

Die Gewerkschaften haben Kampfmassnahmen und einen Aktionsplan ausgerufen.

Beteiligt euch an den Aktionen und Mobilisierungen und unterstützt den 
Kampf der

BauarbeiterInnen. Das Resultat dieses Arbeitskampfes wird auch 
Auswirkung auf

die Kräfteverhältnisse in anderen Branchen haben. Streik ist die einzige

Sprache, die die Baumeister verstehen.

2.Aktion gegen den Waffenhandel in Manchester/Blockade der Firma BAE

blockade des fuhrparks der rüstungsfirma BAE

Aktion gegen den Waffenhandel in Manchester

In den frühen Morgenstunden des 11.September blockierte eine Gruppe im

Zusammenhang mit dem Aktionstag gegen die DSEi (Defence Systems and 
Equipment

international) Waffenmesse die Einfahrt zum Fuhrpark der BAE Middleton 
Fabrik.

Das Tor wurde verschlossen, Bretter, durch die Nägel geschlagen waren, 
wurden

auf der Straße befestigt, Öl wurde in der Umgebung verschüttet, um eine

zusätzliche Störung zu verursachen. Ort und Charakter der Blockade waren so

gewählt, dass persönliche Verletzungen vermieden werden sollten, Ziel 
war das

normale Funktionieren der Fabrik zu unterbrechen.

BAE ist der weltweit viertgrößte Waffenhersteller, und verkauft viele 
Waffen an

Länder, die wegen Menschenrechtsverletzungen auf der Liste der Regierung 
stehen,

darunter Saudi Arabien, Zimbabwe, Israel und Indonesien. Die Behörde, die

schweren Bestechungsfällen nachgeht, the Serious Fraud Office (SFO) führt

Ermittlungen wegen möglicher Bestechungsfälle gegen sechs Staaten durch. 
Die

Ermittlungen im Fall des Al Yamamah Abkommens mit Saudi Arabien wurden im

vergangenen Jahr nach einer Intervention der Regierung eingestellt. In 
Erwägung,

dass sich BAE außerhalb des Gesetzes befindet, wird unsere Antwort 
erforderlich.

Ebenso wie die Aktion den Betrieb von Manchesters eigenem Waffenhersteller

unterbricht, so steht sie im Rahmen des Aktionstages in London gegen die 
DSEi,

der weltweit größte Waffenmesse, die vom 11.-14 September im Excel Centre

stattfindet. Seit 1999 kommt es zu großen Protesten und direkten 
Aktionen gegen

die DSEi, um die Aufmerksamkeit auf die Einladungen an Länder mit 
schlechter

Menschenrechtssituation und den Verkauf von Folterausrüstungen zu richten.

Die Polizei hat sich auf den für heute geplanten Protest und die Demo in 
London

seit Monaten vorbereitet, was bedeutet, dass die Aktionsmöglichkeiten 
ernstlich

eingeschränkt sind. Mit unserer lokalen Aktion möchten wir den 
Widerstand gegen

den Waffenhandel dezentralisieren, den Leuten ins Bewusstsein rufen, 
dass zivile

Opfer und Menschenrechtsverletzungen kein Horror ist, der außerhalb unseres

Lebens stattfindet, sondern seine Wurzeln in unseren eigenen Gemeinden 
hat. Die

Legitimität von Waffenherstellern wie BAE in Frage zu stellen ist nicht die

Aufgabe von ExpertInnen oder der Auftrag von PolitikerInnen; es kann und 
muss

von uns allen dort getan werden, wo wir leben. Unser Protest ist

keineAufforderung an die Behörden, in unserem Interesse zu handeln, er 
ist eine

Aktion, die uns der Welt näher bringt, wie wir sie uns vorstellen. 
Während wir

nichts als Verachtung für diejenigen übrig haben, die diese Industrie

koordinieren, die reich werden vom Profit des Tötens, so handeln wir 
nicht aus

Feindseligkeit gegenüber den ArbeiterInnen der BAE Fabrik. Wir lehnen 
ein System

ab, dass gewöhnliche Leute dahin bringt, ihre Zeit und Anstrengung zum 
Bau von

Waffen zu verkaufen, die weltweit gewöhnliche Leute töten und 
verstümmeln. Wir

ermutigen alle Beschäftigten sich unserem Kampf anzuschließen und sich 
spontan

Urlaub zu genehmigen. Darüberhinaus hoffen wir, dass unsere Aktion alle

ermutigt, jetzt in Streik zu treten gegen das, was ihr Leben unlebbar macht.

[im englischen original bei infoshop.org]



More information about the A-infos-de mailing list