(de) AntiG8-Fahrradkarawanen: Von Repression, Aktionen und Grenzübertritten

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Wed May 9 21:52:50 CEST 2007


8. Mai 2007 +++ letzte Nacht endlich die letzte der 100 festgenommenen 
FahrradkarawanistInnen in Utrecht freigelassen +++ Presse-Blackout +++ 
Juristisches Nachspiel für AktivistInnen und Polizei +++ Verschiedene Aktionen 
von ShakeG8-Bikeride und Gr8chaoskaravaan in den letzten Tagen +++ 
Unterstützung bei Grenzübertritten nach Deutschland nötig +++
Gestern Nacht war es endlich soweit: Die letzte Festgenommene 
Fahrradkarawanistin  wurde nach mehr als 48-stündiger Haft in der vergangenen 
Nacht wieder freigelassen. Rund 100 Mitglieder der "Gr8chaoskaravaan" - 
Westeuropa-Fahrradkarawane gegen den G8-Gipfel - und UnterstützerInnen waren am 
Samstag unter dem Vorwand festgenommen worden, nicht auf dem Fahrradweg 
gefahren zu sein. Fahrräder wurden beschlagnahmt und beschädigt, die meisten 
Festgenommenen unter widrigen Bedingungen (überbelegte Zellen mit 25 Personen 
auf 4x4m, daher Sauerstoffmangel, keine Verpflegung) bis tief in die Nacht 
festgehalten und von Polizeibeamten bedroht, dass ihnen schlimmeres passieren 
werde, sollten sie weitere Aktionen druchführen. Schon bei der Festnahme war 
die Polizei nach Berichten vieler DmeonstrantInnen mit unverhältnismäßiger 
Agression vorgegangen, die Karawane wurde von einer Spezialeinheit der Polizei 
mit gezogenen Schlagstöcken zum Stehen gebracht, ein Fahrrad von einem 
Polizeibus, der mitten in die Menge fuhr, angefahren.

FotografInnen wurden als erste festgenommen oder abgedrängt, Öffentlichkeit war 
bei diesem massiven Polizeiübergriff offensichtlich unerwünscht. Dazu passt, 
dass die Polizeiaktion trotz ihres skandalösen Charakters sowie der 
Pressearbeit der Karawanegruppe und FreundInnen in den deutschen Medien kaum 
Beachtung fand, in den Niederlanden war mit wenigen Ausnahmen die 
verharmlosende polizeiliche Darstellung vorherrschend. Inzwischen gibt es ein 
Video der Ereignisse davor und danach (siehe unten).

Die Gr8chaoskaravaan wertet den Polizeiangriff als Beleg, dass jeglicher 
Protest gegen den G8 unerwünscht ist und durch Einschüchterung, Schikanen und 
Kriminalisierung verhindert werden soll. Die Vorfälle vom Samstag werden für 
die meisten AktivistInnen ein juristisches Nachspiel haben, da sie nun wegen 
"Mißachtung von Polizeianweisungen" im Juli vor Gericht erscheinen sollen. Aber 
auch die Polizei wird mit diesem Übergriff auf eine friedliche Radtour, die zu 
diesem Zeitpunkt die Stadt verlassen wollte, nicht unbehelligt davonkommen. Die 
Gefangenengruppe Utrecht will zusammen mit vielen Betroffenen gegen den 
unverhältnismäßigen Polizeieinsatz und die unangemessenen Haftbedingungen 
vorgehen, aufgrund der beschädigten Fahrräder und zerstörten Schlösser wird 
eine Schadensersatzklage eingereicht.

Der Zeitplan der Fahrradkarawane konnte aufgrund der Festnahmen zwar nicht 
eingehalten werden, trotzdem fanden fast alle für das Wochenende geplanten 
Aktionen unter Beteiligung kleiner Karawane-Delegationen statt

- eine antirassistische Abschiebelagerbegehung mi 60 Personen in Zeist, eine 
spontane Antirepressionskundgebung mit 50 Leuten vor der Polizeiwache in 
Utrecht, der Auftakt der Anti-G8-Aktionstage in Nijmwegen (in Abwesenheit der 
Karawane), und der gestrige kleine aber feine Fahrradaktionstag in Nijmwegen, 
bei dem es u.a. zu einer Blockade von McDonalds, einer Kurzbesetzung eines 
geplanten Golf-Parcours  und einer Blockade der Ausländerpolizei kam. Auch die 
Osteuropakarawane

"ShakeG8 bikeride"

sorgte mit einer Fahrradaktion gegen die Privatisierung öffentlichen Raumes in 
einem deluxen Einkaufszentrum in Poznan/Polen  für aufsehen.

Beide Fahrradkarawanen werden in nächster Zeit die Grenze nach Deutschland 
überqueren. Gerade angesichts der Ereignisse des letzten Wochenendes, des 
vollkommen willkürlichen Polizeiübergriffs und des Presse-Blackouts ist es 
wichtg, daß der Grenzübertritt der Karawanen Unterstützung findet. Der 
ShakeG8-Bikeride ruft für den 16.5. zu einer "Dance down the borders" -Aktion 
("Die Grenzen niedertanzen") bei ihrem Grenzübertritt in Schwedt auf. Die 
Gr8chaoskaravaan wird am Mi., den 9.

Mai zwischen Zutphen (NL) und Gronau/Ahaus die Grenze überqueren. Nähere Infos 
über 0048 782 346 786 (Infotelefon ShakeG8-Bikeride) karavaan07 at yahoo.co.uk 
(Infomail Gr8chaoskaravaan) oder das Infobüro der Fahrradkarawanen in Rostock: 
caravan-info-office, G8-Protestzentrum, Ehm-Welk-Schule, Knut Rassmussenstr. 
108, 18106 Rostock, 0176-28879588

Video zu den Festnahmen in Utrecht (englisch):

http://www.youtube.com/watch?v=tTtITVn5in8&eurl=http%3A%2F%2Fwww%2Edissent%2Enl%2F

Weitere Artikel über die Festnahmen in Utrecht:

G8-Karavane in Utrecht verhaftet

http://de.indymedia.org/2007/05/175412.shtml

G8/NL: 4 Personen weiter in Haft - Soliaufruf 
http://de.indymedia.org/2007/05/175478.shtml

Berichte, Fotos und Videos zu den Aktionen der vergangenen Tage:

Poznan geshaked - nicht gerührt http://de.indymedia.org/2007/05/175783.shtml

G8 Bike Caravan Action Nijmegen

http://www.indymedia.org.uk/en/2007/05/369931.html (englisch) Weitere Berichte 
http://dissentnetzwerk.org/wiki/Bicycle-Caravan_%22West%22#Other_reports_.2F_Andere_Berichte

Infos zu allen 6 Fahrradkarawanen gegen den G8-Gipfel:

http://dissentnetzwerk.org/wiki/Fahrradkarawanen_/_bicycle_caravans


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