(de) Fauchthunrundmail 29.8.07

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Thu Aug 30 09:24:39 CEST 2007


2. Vorbereitungen auf den Herbst für Mumia Abu Jamal 3. Grund zur 
Hoffnung für Mumia Abu-Jamal? .... 2. Vorbereitungen auf den Herbst für 
Mumia Abu Jamal --- Berlin: Während sich die Vorbereitungen auf die im 
Herbst 2007 anstehende Urteilsverkündung im Fall von Mumia Abu-Jamal 
intensivieren, wird endlich auch öffentliche Unterstützung im Berliner 
Stadtbild sichtbar. Für genaue Infos und Hintergründe zu Mumias 
aktueller Situation empfehlen wir 
http://mumia-hoerbuch.de/mumiadeutsch.htm#MumiasaktuellerSituation sowie 
nachfolgende Texte auf der derselben Seite. Kurz gefasst gibt es 3 
Möglichkeiten: 1. Mumia bekommt das von ihm geforfderte neue Verfahren. 
Seine Chancen auf Freispruch werden in diesem fall als extrem gut 
bewertet. 2. Die Staatsanwaltschaft gewinnt die Wiederinkraftsetzung der 
Todesstrafe. In diesem Fall ist Mumias Leben akut bedroht. 3. Das 3. 
Bundesberufungsgericht entscheidet, den Fall weiter zu verschleppen, bzw 
die Verantwortung abzugebn.

Natürlich bereitet sich die Unterstützer_innenbewegung gerade auf alle 3

möglichen Ausgänge vor. Über  free.mumia at gmx.net können Interessierte 
Kontakt

aufnehmen.

  NIXSPAM.free.mumia at gmx.net   http://www.mumia-hoerbuch.de 
<http://www.mumia-hoerbuch.de/>

3.Grund zur Hoffnung für Mumia Abu-Jamal?

Interview von Birgit Gärtner mit Robert R. Bryan

Robert R. Bryan verteidigt den schwarzen Journalisten und 
Politaktivisten Mumia

Abu-Jamal, der in den USA vor 25 Jahren in einem &aumlusserst fragwürdigen

Verfahren wegen angeblichen Polizistenmordes zum Tode verurteilt wurde. Im

ND-Interview mit Birgit Gärtner schildert Bryan erstmals deutschen Medien

gegenüber seine Eindrücke von der Anhörung vor dem 3. 
Bundesberufungsgericht in

Philadelphia am 17. Mai 2007 (ND berichtete).

ND: Worüber wurde bei der Anhörung gesprochen?

Bryan: Thematisiert wurden die Todes-strafe und der Rassismus, der die 
Verfahren

gegen meinen Mandanten wie ein roter Faden durchzieht: die 
Zusammensetzung der

Jury, die fast ausschliesslich aus Weissen bestand, die rassistische

Befangenheit des Richters Albert Sabo sowie die Beeinflussung der 
Geschworenen

durch Staatsanwalt Joseph Mc Gill.

Wie argumentierte die Staatsanwaltschaft?

Die Gegenseite war in erster Linie damit beschäftigt, den eigenen 
Rassismus zu

verteidigen. Sie behauptete, es sei keine unzulässige Beeinflussung, 
wenn ein

Staatsanwalt den Geschworenen sagt, dass sie einen Angeklagten, in 
diesem Fall

Mumia, trotz eventueller Zweifel zum Tode verurteilen könnten, denn er 
habe die

Möglichkeit, Berufung einzulegen und so das Urteil revidieren zu lassen.

Was waren Ihre Argumente?

Ich habe erläutert, dass es in den Verfahren zu gravierenden Verstössen 
gegen

die Verfassung und die Menschenrechte meines Mandanten gekommen sei und 
Mumia

deshalb die Chance auf ein neues Verfahren zugestanden werden muss.

Wie haben die Richter reagiert?

Sie waren überraschend gut über den Fall unterrichtet und haben 
aufgeschlossen

und interessiert nachgefragt. Einer der Richter sagte, dass es ein Verstoss

gegen die Bill of Rights (die US-Verfassung) sei, Geschworene dermassen zu

beeinflussen. Das hat mich angenehm überrascht und dazu verleitet, am 
Schluss

eine rhetorische Frage zu stellen. Inzwischen ist es eine wissenschaftlich

belegte Tatsache, dass in Philadelphia sowohl vor Mumias Verfahren als auch

danach regelmässig Afroamerikaner bei der Auswahl der Geschworenen

ausgeschlossen worden sind. Ich fragte die Richter, ob sie glauben, dass 
dies

ausgerechnet im Falle meines Mandanten, eines ehemaligen Mitglieds der 
Black

Panther Party und Journalisten, der immer wieder Fälle von 
Polizeikorruption

aufdeckte, nicht passiert sei.

Was haben Sie für ein Gefühl nach dieser Anhörung?

Ich glaube, dass der 17. Mai ein guter Tag war. Es scheint, dass der 
Fall Mumia

Abu-Jamal zum ersten Mal ernsthaft verhandelt wird, dass die Richter 
nicht schon

vor Beginn der Anhörung ihr Urteil gefällt haben und sich für Verfassung 
und

Menschenrechte interessieren. Ausserdem wurde auf meinen Antrag hin 
erlaubt,

dass eine Anwältin des Legal Defense Fund, einer Unterorganisation der 
schwarzen

Bürgerrechtsbewegung NAACP, sowie ein Vertreter der National Lawyers 
Guild reden

konnten. Das ist sehr ungewöhnlich.

Wann rechnen Sie mit einem neuen Urteil?

Die Richter sind an keine zeitliche Vorgabe gebunden, die 
Urteilsverkündung kann

sehr schnell erfolgen, sozusagen jeden Tag, es kann unter Umständen aber 
auch

bis Oktober dauern.

Wie geht es Mumia Abu-Jamal?

Ich kenne ihn seit 1986 und muss sagen: Ich habe ihn noch nie so 
optimistisch

gesehen. Er weiss, dass sein Leben auf dem Spiel steht, denn die 
Hinrichtung ist

nicht vom Tisch. Trotzdem ist er im Moment voller Hoffnung. Wobei ich 
hinzufügen

möchte, dass er natürlich für sein Leben hofft, aber ganz grundsätzlich 
diesen

Kampf nicht nur für seine Person führt, sondern für alle Gefangenen in den

Todeszellen auf der ganzen Welt. Er sagte: "Ich hoffe, dass eine günstige

Entscheidung in meinem Falle vielen anderen nützen wird."

ND vom 28.07.07



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